1) Bilddaten Foto, Marianne Lang, Vermessung der Welt, Bleistift auf Papier, 90x70cm, 2024
MARIANNE LANG | In a state of flux
Foto: Marianne Lang | Vermessung der Welt | Bleistift auf Papier | 90 × 70 cm | 2024 | © Bildrecht, Wien 2026

MARIANNE LANG | In a state of flux

2) Marianne Lang  Timevault, Bleistift auf Polyester Matte , 60x50cm, 2024.jpeg
MARIANNE LANG | In a state of flux
Foto: Marianne Lang | Timevault | Bleistift auf Polyester Matte | 60 × 50 cm | 2024 | © Bildrecht, Wien 2026

MARIANNE LANG | In a state of flux

3) Marianne Lang, Windwurf, Tusche auf Papier,140x100cm, 2025
MARIANNE LANG | In a state of flux
Foto: Marianne Lang | Windwurf | Tusche auf Papier | 140 × 100 cm | 2025 | © Bildrecht, Wien 2026

MARIANNE LANG | In a state of flux

5) Marianne Lang  Timevault, Bleistift auf Polyester Matte , 60x50cm, 2024
MARIANNE LANG | In a state of flux
Foto: Marianne Lang | Timevault | Bleistift auf Polyester Matte | 60 × 50 cm | 2024 | © Bildrecht, Wien 2026

MARIANNE LANG | In a state of flux

7)Marianne Lang. Vermessung der Welt 90x70cm, Bleistigt auf Papier, 2023
MARIANNE LANG | In a state of flux
Foto: Marianne Lang | Vermessung der Welt | 90 × 70 cm | Bleistift auf Papier | 2023 | © Bildrecht, Wien 2026

MARIANNE LANG | In a state of flux

4) Marianne Lang, Windwurf, Tusche auf Papier,1234x150cm, 2025
MARIANNE LANG | In a state of flux
Foto: Marianne Lang | Windwurf | Tusche auf Papier | 1234 × 150 cm | 2025 | © Bildrecht, Wien 2026

MARIANNE LANG | In a state of flux

MARIANNE LANG | In a state of flux

Bildraum 07

3. Juni 2026 bis 6. August 2026

Der menschliche Naturbegriff ist geprägt von einer Weltauffassung, die den Menschen aus einer abgehobenen Position heraus als Gegenüber zur Umwelt konstituiert – ein Verständnis, das einem vermeintlichen Anspruch auf Objektivität entspringt. Natur erscheint in dieser Perspektive als das Nicht-Gemachte, als ein Bereich, der sich kultureller Formgebung und Kontrolle entzieht.

Dieses Verhältnis ist jedoch von Beginn an von einer grundlegenden Ambivalenz durchzogen. Während Naturgewalten bewundert, gefürchtet und ästhetisch aufgeladen werden, bleibt zugleich das Bestreben bestehen, sie zu regulieren, zu ordnen und in berechenbare Strukturen zu überführen. In dieser Gleichzeitigkeit von Ordnung und Unverfügbarkeit artikuliert sich eine Spannung, die bereits die ästhetischen Diskurse der Moderne prägt. Gerade die Unberechenbarkeit der Natur – ihr permanenter, irreversibler Wandel – verschiebt jedoch die Perspektive. An die Stelle eines klaren Gegenübers tritt ein Verständnis von Natur als Prozess: als ein dynamisches Gefüge, in dem Fragilität, Transformation und Werden zentrale Kategorien bilden. Natur erscheint nicht länger als Objekt der Betrachtung, sondern als ein System geteilter Bedingtheit, in das der Mensch unauflöslich eingebunden ist.

Die Arbeiten von Marianne Lang in In a state of flux greifen diese Verschiebung auf. Ihre Zeichnungen operieren in einem Feld, in dem stabile Ordnungen instabil werden und sich Systeme in Bewegung setzen. Sie untersuchen jene Momente, in denen Strukturen kippen – in denen sich Übergänge zwischen Kontrolle und Offenheit, zwischen Kontinuität und Bruch verdichten. Dabei wird sichtbar, wie scheinbar kontrollierte Gefüge den Eigenlogiken prozessualer Dynamiken folgen und sich ins Offene verschieben. Wandel erscheint hier nicht als Ausnahme, sondern als konstitutives Prinzip.

Langs Arbeiten verhandeln damit grundlegende Fragen nach Kontrolle, Vorhersehbarkeit und dem Verhältnis von Mensch und Natur. Sie bewegen sich in einem Spannungsfeld, das sich zwischen Distanz und Verbundenheit aufspannt, und führen es in eine Gegenwart, in der Natur weniger als Gegenpol denn als instabile, geteilte Realität erfahrbar wird.

Ausstellungsdauer: 3. Juni - 08. August 2026

Mehr Informationen finden Sie auf der Website von Marianne Lang