JANINE WEGER | hosted by Ars Electronica
Bildraum 07
20. August 2026 bis 11. September 2026
The Artist-is-present & Führung:
Donnerstag, 3. September, 14-15 Uhr
The Artist-is-present
Freitag, 4. September, 10-15 Uhr
Finissage mit Lesung:
Freitag, 11. September, 18 - 20 Uhr
(seeing is not knowing)
Dieses Jahr präsentiert der Bildraum 07 in Kooperation mit dem Ars Electronica Festival 2026 die Multimedia-Künstlerin Janine Weger. In (seeing is not knowing) führt Weger Arbeiten zusammen, in denen sich analoge und digitale Formen der Bildproduktion überlagern und die Bedingungen ihrer Lesbarkeit immer wieder neu verhandelt werden.
In Projection Field und A Creator of Epic Pictures treffen Malerei und Projektion aufeinander. Gemalte und projizierte Ebenen greifen ineinander, ergänzen, überlagern und verschieben sich. Das Bild erscheint dabei nicht als abgeschlossene Einheit, sondern als instabiles Gefüge, das sich erst im Zusammenspiel seiner unterschiedlichen Ebenen erschließt.
In A Creator of Epic Pictures erweitert Weger diese Verschränkung um historische und gegenwärtige Formen medialer Einflussnahme. Schwarz-weiße Archivaufnahmen aus der Zeit des Kalten Krieges treffen auf aktuelle Medienbilder, Nachrichtenmaterial und politische Ansprachen. Die Arbeit verweist auf die kulturpolitische Instrumentalisierung des Abstrakten Expressionismus während des Kalten Krieges und setzt diese in Beziehung zu heutigen Mechanismen öffentlicher Kommunikation. Historische Propaganda und gegenwärtige Formen der Vermittlung erscheinen dabei nicht als identische Phänomene, sondern als unterschiedliche Konstellationen, in denen Bilder Aufmerksamkeit lenken und Bedeutung erzeugen. Formale Elemente wie Raster, Farbkontraste und digitale Markierungen verweisen zugleich auf die technischen Bedingungen des Bildes – von der Struktur der Leinwand bis zum RGB-Raster des digitalen Bildschirms.
Auch Wegers fotografische Arbeiten bewegen sich in einem Zustand kontrollierter Uneindeutigkeit. Ausgangspunkt bleibt die sichtbare Wirklichkeit, die durch Lichtbrechung, Ausschnitt, Farbe und Perspektive verfremdet wird. Realität und Abstraktion fallen ineinander: Das Motiv bleibt real und entzieht sich zugleich einer eindeutigen Bestimmung. Erkennen und Nichtwissen bilden so einen Zwischenraum, in dem Gewissheiten ins Wanken geraten.
Der Ausstellungstitel (seeing is not knowing) bündelt diese unterschiedlichen Ansätze. Vor dem Hintergrund von Future Begins – Negotiating Humanity, dem Thema des Ars Electronica Festivals 2026, rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie wir innerhalb zunehmend technisch und medial vermittelter Bildwelten zu Wissen und Urteilen gelangen. Wahrheit ergibt sich dabei nicht allein aus dem, was vor Augen liegt, sondern entsteht in einem fortlaufenden Prozess des Prüfens, Einordnens und Hinterfragens.
Kuratiert von Katharina Hoffmann
Mehr Informationen finden Sie auf der Website von Janine Weger
Ausstellungsdauer: 21. August - 11. September 2026
Eine Kooperation der Bildrecht mit Ars Electronica
Ars Electronica Festival 2026
9. – 13. September 2026, Linz
