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EDUARD TAUSS | Selbstdarstellung
Foto: Eduard Tauss | Farbobjekte, Polyurethan, Pigment | © Bildrecht, Wien 2026

EDUARD TAUSS | Selbstdarstellung

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EDUARD TAUSS | Selbstdarstellung
Foto: Eduard Tauss | Farbobjekte, Polyurethan, Pigment | © Bildrecht, Wien 2026

EDUARD TAUSS | Selbstdarstellung

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EDUARD TAUSS | Selbstdarstellung
Foto: Eduard Tauss | Farbobjekte, Polyurethan, Pigment | © Bildrecht, Wien 2026

EDUARD TAUSS | Selbstdarstellung

EDUARD TAUSS | Selbstdarstellung

Bildraum 07

13. Januar 2026 bis 5. März 2026

In der Ausstellung Selbstdarstellung zeigt Eduard Tauss Arbeiten, in denen Farbe nicht länger nur als Mittel der Bildproduktion fungiert, sondern als selbsttragendes, raumgreifendes Objekt in Erscheinung tritt. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Farbe von ihrer traditionellen Funktion lösen und eine eigene, skulpturale Existenz entwickeln kann.

Aus dieser Fragestellung heraus entwickelt Tauss eine prozessorientierte künstlerische Haltung, die keinem vorab festgelegten Entwurf folgt. Die Form seiner Farbobjekte entsteht im Herstellungsprozess selbst – im Zusammenspiel von Bewegung, Schwerkraft und Zeit. In dieser Herangehensweise knüpft Tauss an Robert Morris’ Essay Anti Form (1968) an, in der Form nicht als Ergebnis kompositorischer Entscheidungen beschrieben wird, sondern als Konsequenz materieller Eigenschaften und realer Arbeitsbedingungen.

Diese Überlegungen überführt Tauss in eine zeitgenössische, malerisch-skulpturale Praxis. Die entstehenden Arbeiten sind Zustandsformen: Sie tragen Spuren des Fließens und Aushärtens in sich, machen temporäre Prozesse sichtbar und stabilisieren einen Moment, der ursprünglich flüchtig ist. Farbe erscheint hier nicht als Darstellung, sondern als Prozesszustand. Wie sich diese Haltung räumlich manifestiert, zeigt sich besonders im in-situ entwickelten Farbraum, der den hinteren Bereich der Ausstellung im Bildraum 07 vollständig einbezieht: Farbe tritt als physisch präsenter, raumgreifender Körper auf, der die Raumgeometrie verschiebt und neue Perspektiven auf den Raum eröffnet.

Vor diesem Hintergrund bewegt sich Tauss’ künstlerische Praxis im Spannungsfeld zwischen Intention und Materialeigengesetzlichkeit sowie zwischen zeitlicher Dringlichkeit und prozessualer Offenheit. Autorenschaft versteht er als kollaborativen Dialog mit dem Material, das im Zusammenspiel von Schwerkraft, Fließverhalten und Trocknungsprozess sein organisch-skulpturales Potenzial entfaltet. In dieser Konzeption rückt Tauss die Malerei in einen Bereich, der performative, prozessuale und skulpturale Aspekte miteinander verbindet. Farbe wird zur Handlung, zur Spur und zum Raumkörper – als eigenständige, physisch wirksame Präsenz, die ein erweitertes Verständnis von Malerei im Raum eröffnet.

Ausstellungsdauer: 14. Jänner - 05. März 2026

Mehr Informationen finden Sie auf der Website von Eduard Tauss.