MICHAEL HEINDL | Knife Game with the Invisible Hand
Bildraum 01
31. März 2026 bis 13. Mai 2026
Legen Sie Ihre Hand auf den Tisch, spreizen Sie die Finger, nehmen Sie ein Messer und stechen Sie – so schnell Sie können – in die Zwischenräume. No risk, no fun. In seiner multimedialen Ausstellung im Bildraum 01 eröffnet Michael Heindl einen Aktionsraum, in dem die Bedeutung der Dinge als Teil ökonomischer, sozialer und symbolischer Prozesse neu lesbar wird. Knife Game with the Invisible Hand zeigt drei aktuelle Werkserien, die sich mit den zerstörerischen Folgen des kapitalistischen Systems befassen. Heindl macht die Überbleibsel dieser Exzesse sichtbar, entscheidet sich aber bewusst dafür, über eine Bestandsaufnahme hinauszugehen. Er will nicht vor den Verwüstungen resignieren. Vielmehr möchte der Künstler mit seinen Arbeiten einen neuen Anfangspunkt setzen, indem er die gesammelten Bruchstücke dekonstruiert und anschließend neu zusammensetzt. Alte Ordnungen werden aufgelöst, um Platz für Neues zu schaffen.
In Windshield Diamonds inszeniert Michael Heindl mit Autoglassplittern von Unfallorten veredelte Insekten auf Modellauto-Podesten. Die Neuanordnung der Relikte — an Praktiken der Taxidermie erinnernd — transformiert die toten Körper in scheinbar unvergängliche, auratisch aufgeladene Objekte. Die von vorbeifahrenden Autos getöteten Insekten erfahren damit nicht nur eine ästhetische und visuelle Überhöhung, sondern treten selbst an die Stelle von Mensch und Fahrzeug ins Zentrum der Betrachtung.
Ein filmisches Portrait des im Dezember 2021 gerodeten Waldstücks in Ehrenfeld, OÖ — eines der größten Waldvernichtungsprojekte der Region — bildet die zweite Werkgruppe der Ausstellung. Der Künstler animiert in From Something to Nothing 3.000 fotografische Aufnahmen der einzigartigen Rindenmuster jener Bäume, die später zerstörten wurden zu einer Frame-by-Frame-Videoarbeit. Die bewusst eingesetzte Abstraktion anstelle einer dokumentarisch-realistischen Erzählform führt zu Irritation und emotionaler Resonanz um neue Interpretationsmöglichkeiten und Blickwinkel offenzulegen.
Mit God Helps Winners Only rückt Michael Heindl den Menschen selbst erneut in den Mittelpunkt. Im öffentlichen Raum von Chicago und New York fand und sammelte er zurückgelassene Pappschilder von bettelnden Menschen. Anschließend zerlegte er die Schilder und setzte die einzelnen Buchstaben zu Anagrammen neu zusammen. Die so generierten Botschaften lehnen sich an Wahlsprüche von Vertreter:innen kapitalistischer und neoliberaler Wirtschaftslogiken an, um den Zynismus der zugrunde liegenden Moralvorstellungen offenzulegen.
Michael Heindl schafft im Bildraum 01 einen Erfahrungsraum, aus dem neue Perspektiven auf das Verhältnis zwischen Mensch, Umwelt und Verlust hervorgehen können.
Ausstellungsdauer: 1. April - 13. Mai 2026
Mehr Informationen zu Michael Heindl hier.