TRICKY WOMEN & JAPAN MEDIA ARTS FESTIVAL | Bildraum 07

AKINO KONDOH | FUMIYO KOUNO | KWGT | YORIKO MIZUSHIRI | SHINJUKO | SHISHI YAMAZAKI
31. Januar 2017 bis 10. März 2017

 

Bildraum 07 | Wien 7, Burggasse 7-9 
Öffnungszeiten: Di-Fr, 13-18 Uhr  
Samstag 18. März: 11-16 Uhr

Eröffnung: Donnerstag, 16. März, 18.30 Uhr

Begrüßung:
Günter Schönberger, Bildrecht
Waltraud Grausgruber, Tricky Women
Zur Ausstellung:
Prof. Mitsuko Okamoto, Tokyo University of the Arts
Performance: 
Live-Drawing by Shinjuko, Künstlerin 

Curators Talk: Freitag, 17. März, 15.30 Uhr
Fumiyo Kouno im Gespräch mit 
Prof. Mitsuko Okamoto, Tokyo University of the Arts

Das weltweit einzige Festival für Animationsfilmkunst von Frauen, Tricky Women, und das Japan Media Arts Festival versammeln im Bildraum 07 unter dem Titel „tenacious, gracious“ ein Potpourri an Techniken und Themen zeitgenössischer Filmemacherinnen aus Japan. Für den Zeitraum von einer Woche wird der Bildraum 07 Zentrum aktueller japanische Kunst und Populärkultur. Was Kennern längst klar ist, wird in der Ausstellung auf mehreren Screens eindrucksvoll vorgeführt: Anime, japanische Zeichentrickfilme, begeistern nicht nur für Kinder. Sechs renommierte Künstlerinnen zeigen mit ihren Videos kunstvolle Collagen aus Manga und klassischer Zeichnung. Zudem geben sie anhand von Skizzen, Objekten und in einer Malperformance direkten Einblick in die Entstehungsprozesse ihrer Arbeiten. 

Allen voran die gefeierte Mangaka Fumiyo KOUNO, deren mehrfach ausgezeichnetes, gleichnamiges Buch Vorlage für den Boxofficehit und Gewinner des Japan Academy Prize 2017 „In This Corner of the World“ ist.  Als Ehrengast wird Fumiyo Kouno aktuelle Strömungen in Manga und Anime besprechen und auf die Filmvorlage - in der sie die Schicksale zweier Frauen aus Hiroshima im Jahr 1945 beleuchtet - eingehen. Auch die nun in New York lebende Zeichnerin Akino KONDOH reist mit ihrem Alter-Ego Eiko aus dem Video “KiyaKiya” zurück in die Vergangenheit. In wechselnden Rollen des unschuldigen Mädchens, der charmanten, jungen Frau, aber auch des ohnmächtigen Opfers oder der grausamen Täterin begegnet die Künstlerin einer unerklärlichen nostalgischen Angst, die aus den Tiefen der Kindheit zu uns dringt.

Die Malerin und Performancekünstlerin SHINJUKO sucht die direkte Konfrontation mit den Ausstellungsbesuchern, greift zu Farbe und Pinsel und thematisiert in der mehrtägigen Performance aktuelle Spannungsfelder innerhalb der japanischen Gesellschaft. Dieser eher ernüchternden Realität entflieht die Newcomerin Yoriko MIZUSHIRI und bettet im Kurzfilm „Futon“ ihre Zukunftsgedanken, Empfindungen und Sexualität in eine freundliche Umgebung mit zarten Konturen. Auch ShiShi YAMAZAKI, bekannt für ihre dynamischen Trickfilmeund diegeschickte Kombination unterschiedlicher Techniken,hebt den melancholischen Schleiervon der Bühne des Lebens und lässt ihre Protagonistinnen in sorgloser Leichtigkeit durch die Bilderwelten tanzen. Besonders für Manga-Fans wird in der Ausstellung das Unmögliche möglich: selbst einmal Anime-Charakter sein, das gelingt mit den Masken von KWGT. Bereits zu Studienzeiten entwickelte die Jungkünstlerin Papiermasken, die nun als do-it-yourself Produkt kostenlos angeboten werden. Versteckt hinter überdimensionalen Kulleraugen kann so jede/r aus dem Bildraum 07 spazieren und ein Stück Japan durch Wiens Straßen tragen.  

Alle sechs Künstlerinnen, so divers ihre Arbeiten auch sind, verbindet der Drang ihre gesellschaftliche Rolle neu zu definieren. Während in Japan vor allem Männer im sozialen Modell der salarymen eingezwängt scheinen, ergründen diese Künstlerinnen ihre traditionellen Wurzeln und stellen sich kritisch der Modernisierung. Sie behaupten ihre Individualität und generieren ein Ego-Konzept, was allerdings nach Buddhismus und Schintoismus als verboten gilt. Es ist ein Drahtseilakt, den die Künstlerinnen in jeder Arbeit erneut zu bewältigen haben. Unweigerlich ist ihr kreativer Ausdruck daher von einer Nähe zu düsteren Inhalten geprägt, die immer wieder von spontan aufkommenden Gefühlen durchbrochen werden. Diese emotionsgeladenen Attacken auf das gesellschaftliche Korsett sind voller Leidenschaft und Seele. Die Künstlerinnen beanspruchen alles für sich: das Schöne wie das Hässliche, das Sanfte wie das Rebellische – nur das macht sie echt, macht sie ganz. 

Exhibition Statement:
"However much they may feel oppressed by a social ideology or historical system, or their lives may be devastated by war or natural disaster, women do choose to live tenaciously and manage to discover joy and entertainment within their difficult situations.  Women are as gracious as the bamboo, bending but never breaking, and in this we discover the affirmation and glory of femininity.  Their forms are strong and beautiful. This exhibition features women artists in the world of Japanese media arts who tackle the questions of what it is to be female. It seems that pushing home one’s point loudly is not the way women live.  Women possess a consistent sense of self and affirm this in their way of life, aesthetic sense and even destiny.  I hope that this exhibition will impart that tenacious, gracious sensibility."  -  Prof. Mitsuko Okamoto, Kuratorin
- Agency for Cultural Affairs, Government of Japan, 2017

Ausstellungsdauer: 17. März – 23. März 2017

Eröffnung & Talk in Japanisch | Deutsche Übersetzung

Eine Kooperation der Bildrecht mit Tricky Women &
Japan Media Arts Festival- internationales Festival, organisiert von
Agency for Cultural Affairs, Government of Japan.

Tricky Women 2017
15.-19. März 2017 | Metro Kinokulturhaus
www.trickywomen.at 

Japan Media Arts Festival 2017
September 2017 | NTT InterCommunication Center, Tokyo Opera City 
http://j-mediaarts.jp/

 

Fotocredits:
Akino KONDOH, “KiyaKiya”, videostill, 6’39’’, 2010/11 (Detail) | © Courtesy of the artist & Mizuma Art Gallery;
ShiShi YAMAZAKI, "Yamasuki Yamazaki", videostill, 2012 (Detail) | © Courtesy of the artist;

 

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