Tipp | Angelika Loderer | Ausstellung | Secession, Wien

Angelika Loderer
02. Februar 2017 bis 26. März 2017

 

Secession Wien
Friedrichstraße 12, Wien 1

Eröffnung: Mittwoch, 1. Februar 2017, 19 Uhr

Begrüßung:
Svenja Deininger, Gabriel Sierra und Angelika Loderer

Angelika Loderer beschäftigt sich mit grundlegenden Themen der Bildhauerei: Stabilität und Fragilität, Dauerhaftigkeit und Ephemerität sind die Eckpfeiler ihrer ästhetischen Praxis. 

In der Kunstgießerei Loderer in Feldbach-Mühldorf aufgewachsen, arbeitet sie heute in Wien und im Familienbetrieb, der bereits Gunter Damisch, Ronald Kodritsch und Erwin Wurm als Produktionsort diente. Ausgehend von ihrer Beobachtung der Natur und der Freude am Material entstehen ihre Modelle aus Silikon und Gips, Negativformen, die mit Wachs ausgegossen, mit Gusskanälen versehen, schließlich im Ofen gebrannt und mit geschmolzener Bronze gefüllt werden. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch den spielerischen Umgang mit diversen Materialien aus und beschäftigen sich mit Fragen von Permanenz und Flüchtigkeit.

Das Ephemere in Loderers Arbeit verdeutlichte sich bereits in ihrer 2011 entstandenen Diplomarbeit Pinker Schnee, eine Installation, in der gepresster Sand auf Wäschestände, gefüllte Aquarien und eine Matratze stieß. Auch später entstandene Skulpturen aus Eiszapfen oder Gras, sowie Alu- und Bronzeabgüsse von verlassenen Maulwurfsgängen (Schüttlöcher, 2012) und Spechthöhlen (Untitled, Buntspecht, 2013) verfestigen das Vorübergehende sowohl in fragilen, als auch in massiven, traditionellen Materialien. Zu ihren Experimenten zählen auch Objekte aus gepresstem Quarzsand, die sie gelegentlich mit Fragmenten aus dem Bereich der abstrakten Malerei ergänzt (Untitled [With Dejan Dukic], 2014) und Materialcollagen, die gewöhnliche Dinge wie Plastik, Metall, Wasser oder Papier in eine skulpturale Form überführen (Waschmaschinenskulpturen, 2015).

Ob Angelika Loderer Sandobjekte baut oder Spechtbehausungen in Bronze gießt, ihre Arbeit pendelt dabei stets zwischen dem negativen und dem positiven Raum, zwischen dem Dauerhaften und dem Vorübergehenden. Durch das stete Ausreizen klassischer Bildhauertechniken schafft Angelika Loderer Skulpturen, die mit der die Ernsthaftigkeit der Form brechen, mit der Ästhetik des Alltäglichen spielen und einen tiefen prozesshaften Charakter offenbaren.

Für ihre Experimente mit in Schichten gepresstem Quarzsand und außergewöhnlichen Gussverfahren wurde Angelika Loderer am 6. Oktober 2016 mit dem Dagmar Chobot Skulpturenpreis geehrt.

Angelika Loderer
*1984 in Feldbach, Steiermark. Lebt und arbeitet in Wien.
2006 – 2011 Universität für Angewandte Kunst Wien (Klasse Erwin Wurm)
2009 Wimbledon College of Art, London, GB
2005 - 2006 Hendrix College, USA

Einzelausstellungen:
2016 "Animate", Salzburger Kunstverein, Salzburg, AT;
2015 "Coming in pieces", Dortmunder Kunstverein, Dortmund, DE; "Wasted on a memory", Galerie Clemens Gunzer, Zürich, CH;
2013 "Loch Leere Nichts Verdammt!", Akademie Graz, Graz, AT;
2012 "Sankt Feldbach", curated by Erwin Wurm, Schloss Limberg, Maissau, AT;
2011 "Pinker Schnee", Diploma Show, University of Applied Arts Wien, Wien, AT. 

Mehr Informationen auf der Homepage von Angelika Loderer

 

 

Fotocredits:
ANGELIKA LODERER, Untitled (with Dejan Dukic), 2013, Sand, Holz, Acryl auf Leinwand | Courtesy die Künstlerin | Foto: Angelika Loderer;
ANGELIKA LODERER, Wasted on a Memory, 2015, Sand, Aluminium (Detail) | Courtesy die Künstlerin und Galerie Clemens Gunzer | Foto: Angelika Loderer.

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