SOFIE THORSEN | PREISTRÄGERIN Dagmar Chobot Skulpturenpreis 2017

SOFIE THORSEN | PREISTRÄGERIN 2017
16. Oktober 2017

 

DAGMAR CHOBOT SKULPTURENPREIS 2017
PREISTRÄGERIN | 
SOFIE THORSEN

Preisverleihung: Montag, 16. Oktober 2017 um 19 Uhr 
Leopold Museum, MuseumsQuartier | Wien 7, Museumsplatz 1 

Sofie Thorsen erhält den mit 10.000 Euro dotierten ‚Dagmar Chobot Skulpturenpreis 2017’.  Preisstifterin Dagmar Chobot und Günter Schönberger, Geschäftsführer der Stiftungspartnerin Bildrecht, ehrten die Künstlerin am 16. Oktober mit diesem in Österreich einzigartigen Nominierungspreis für zeitgenössische Skulptur. 

Neben Sofie Thorsen waren Manfred Erjautz, Sophie Hirsch, Bernd Oppl, Werner Reiterer und Markus Jeschaunig für den Preis vorgeschlagen.

ZUR PREISVERGABE
Es freut mich sehr, dass der von mir ins Leben gerufene Skulpturenpreis auf so reges Interesse stößt. Die vielen positiven Rückmeldungen haben meine Initiative im Nachhinein nochmals bestätigt. Ich freue mich auch für Sofie Thorsen, - mit ihr als Preisträgerin erfährt die zeitgenössische Skulptur jene Wertschätzung und öffentliche Aufmerksamkeit, die ihr zusteht.“, kommentiert die Initiatorin und Preisstifterin, Dagmar Chobot, bei der Preisverleihung.

„Der ‚Dagmar Chobot Skulpturenpreis’ ist eine große Bereicherung für die heimische Kunstpreislandschaft. Mit der diesjährigen Verleihung an Sofie Thorsen unterstreicht die Jury den Stellenwert der erweiterten Skulptur als maßgebliches künstlerisches Medium. Ich bin davon überzeugt, dass auch in den nächsten Jahren spannende Positionen diesen Preis prägen werden.“ - so Günter Schönberger, Geschäftsführer der Bildrecht, die als Stiftungspartnerin den Skulpturenpreis organisatorisch betreut.

MODALITÄTEN 
2017 haben sechs NominatorInnen jeweils eine Position aus dem Bereich zeitgenössische Skulptur, Plastik, Objektkunst oder Installation für den ‚Dagmar Chobot Skulpturenpreis’ eingereicht. Aus diesen Vorschlägen ermittelte die Jury Sofie Thorsen als Preisträgerin für 2017.

NominatorInnen 2017 Silvie Aigner (Chefredakteurin Parnass), Katrin Bucher-Trantow (Chefkuratorin Kunsthaus Graz), Berthold Ecker (Direktor MUSA Wien), Elsy Lahner (Kuratorin Albertina Wien), Genoveva Rückert (Kuratorin OK - Offenes Kulturhaus Linz) und Christoph Thun-Hohenstein (Direktor MAK Wien)

Jury 2017 Dagmar Chobot (Preisstifterin und Juryvorsitzende), Heike Eipeldauer (Kuratorin BA Kunstforum Wien), Edelbert Köb (Kurator), Günter Schönberger (Geschäftsführer Bildrecht) und Hans-Peter Wipplinger (Direktor Leopold Museum Wien)

DAGMAR CHOBOT SKULPTURENPREIS
Der ‚Dagmar Chobot Skulpturenpreis’ wurde 2016 von der Wiener Galeristin Dagmar Chobot und der Stiftungspartnerin Bildrecht, der Urheberrechtgesellschaft für Bildende Kunst, ins Leben gerufen. Die Auszeichnung geht jährlich an eine/n zeitgenössische/n Bildhauer/in, die/der in Österreich lebt und arbeitet. Als erster Preis seiner Art in Österreich ist er explizit dem Medium Skulptur gewidmet und berücksichtigt neben klassischen Zugängen auch experimentelle Ansätze und Installationen. Der Preis unterliegt keiner Altersbeschränkung.

SOFIE THORSEN PREISTRÄGERIN 2017 
In ihren Werken setzt sich Sofie Thorsen mit den politischen, sozialen und kunsthistorischen Kontexten von Orten auseinander mit dem Ziel, ihre „stummen und verstummten“ Strukturen wieder zum Sprechen zu bringen. Ihre Methode erinnert an eine Spurensuche, die Sofie Thorsen von der Aneignung und Adaption vorgefundener Bilddokumente bis hin zu deren Auflösung führt. Mit ihren Arbeiten erforscht die Künstlerin formale, materielle und haptische Parameter, Formen und Körper und kombiniert in raumgreifenden Installationen die für ihren Skulpturenbegriff charakteristischen Materialien Stahl, Aluminium und Papier. 

Ein Themenkomplex analysiert die Bereiche Skulptur, Architektur und Design in ihrem Verhältnis zu Gesellschaft und kommunaler Verantwortung. In der mehrfach präsentierten Werkserie „Spielplastiken“ (2010–2016) rückt Sofie Thorsen ein bislang kaum gewürdigtes Phänomen der österreichischen Nachkriegszeit – bespielbare Skulpturen aus den 1950er Jahren – in den Mittelpunkt. Diese kleinen, abstrakten Utopien inmitten nüchterner Architektursprache greift die Künstlerin für ihre Installationen auf. Darin vergrößert sie Reprografien von Zeitdokumenten, eliminiert figurative Bestandteile, reduziert die Konstruktionen auf ihre Geometrie und Linearität. Die fragilen Papierobjekte auf den Metallgerüsten geben den Bildquellen ihre einstige skulpturale Präsenz zurück und geraten zu einem in den Raum gestellten, begehbaren Archiv der Formen.

In ihrer Werkserie „Precious Things That Come Out of the Ground“ (2017) analysiert Sofie Thorsen mittels abstrakter Zeichenhaftigkeit die An- und Abwesenheit von zerstörtem und/oder geraubtem Kulturgut aus archäologischen Fundstätten. Auffällig ist auch hier die Gestaltung mit filigranem Papier, das Sofie Thorsen über die gebogenen Stahlrohre ihrer Installation mäandern lässt. Mit punktuellen Unschärfen und Unterbrechungen der skulpturalen Form irritiert die Künstlerin und betont damit unterschiedliche Ebenen und Formen der Realitätswahrnehmung. Sophie Thorsens Arbeiten eröffnen so ein Feld ambivalenter Sichtbarkeiten und changieren zwischen erkennbarer Realitätsabbildung und möglicher Fiktion. Ab 20. Oktober 2017 ist diese Werkserie in der Gruppenausstellung „Spuren der Zeit“ im Leopold Museum Wien zu sehen.

Sofie Thorsen, *1971 in Århus, lebt und arbeitet in Wien. Sie ist Absolventin der Akademie der Bildenden Künste Wien und der Königlich Dänischen Akademie der Bildenden Künste Kopenhagen. Von 2005 bis 2009 lehrte sie an der Akademie der Bildenden Künste Wien. www.sofiethorsen.net

PREISSTIFTERIN DAGMAR CHOBOT
Mit dem 'Dagmar Chobot Skulpturenpreis' verknüpft Dagmar Chobot den persönlichen Wunsch einer nachhaltigen Förderung eines für sie maßgeblichen künstlerischen Mediums, das sie seit 1971 als Galeristin, Kuratorin und Sammlerin im Rahmen ihrer Ausstellungsaktivitäten in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt.

STIFTUNGSPARTNERIN BILDRECHT
Um die Organisation und die Fortschreibung des Stiftungszweckes zu sichern, wurde die Bildrecht als institutionelle Stiftungspartnerin gewählt. Als Urheberrechtsgesellschaft im Bereich der bildenden Kunst sensibilisiert sie die Öffentlichkeit für kulturrelevante Themen und stärkt die existenzielle Basis von über 4000 KünstlerInnen österreichweit durch die Wahrnehmung von Rechten und Vergütungsansprüchen, durch umfassende Förderprogramme und durch zahlreiche Ausstellungsaktivitäten. 

 

Fotocredits: SOFIE THORSEN, Precious Things That Come out of the Ground, 2017, Stahl, Inkjetprint | Installationsansicht Spuren der Zeit, Leopold Museum Wien | Foto: Lisa Rastl | Courtesy Sofie Thorsen / Galerie Krobath

 

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