INGEBORG STROBL (1949–2017)

Ingeborg Strobl (1949–2017)
09. April 2017

 

Geboren wurde Ingeborg Strobl am 3. Juni 1949 im steirischen Schladming, bevor sie 1967 zum Studium nach Wien kam – der Stadt, die sie zu ihrer Wahlheimat machen sollte.

Bis 1972 lernte sie an der Hochschule für angewandte Kunst, dem sich zwischen 1972 und 1974 ein Studium am Royal College of Art in London anschloss. Schon während ihrer Studienzeit begann sie mit der Fotografie, war aber nach Abschluss zunächst als Keramikerin und Grafikerin tätig.

Wichtige österreichische Kunsthäuser haben Strobl Einzelausstellungen gewidmet, darunter die Wiener Secession (1992) und das Kunsthaus Bregenz (1999). Größere Schauen waren zuletzt etwa “Liebes Wien, Deine Ingeborg Strobl” 2015 im Wien Museum und eine Retrospektive im Linzer Lentos im Vorjahr. Zugleich machte sich Ingeborg Strobl einen Namen als Künstlerin des öffentlichen Raumes, so etwa mit ihrer Hausinstallation “ein Garten (zum Beispiel)” in Wien-Leopoldstadt oder dem “Mahnmal für verloren gegangene Artenvielfalt” im niederösterreichischen Paasdorf.

Dennoch verweigerte sich die Künstlerin stets dem Kunstmarkt. Stattdessen rückte sie in ihren poetischen und oftmals ironischen Werken Themen wie Konsum und das Verhältnis von Mensch und Natur in den Mittelpunkt. Strobl war dabei immer auch gesellschaftspolitisch engagiert. 1987 gründete sie mit Ona B., Evelyne Egerer und Birgit Jürgenssen die einflussreiche Gruppe Die Damen, deren Mitglied sie bis 1992 war. 

Ingeborg Strobl sei eine ernste und politische denkende Künstlerin, schrieb Wolfgang Kos, sie neige zu großen Zusammenhängen mit ökologischem und zivilisationskritischem Impetus, ohne zu romantisieren. In ihren Fotografien, die Komponenten ihrer Bildarrangements sind, gelte ihr Blick dem Detail, dem Unbeachteten, Ramponierten. Sie hebe gleichsam die Dinge vom Boden auf.

Ihre Erkenntnisse gab die Künstlerin auch an die Jugend weiter, hatte sie doch von 1999 bis 2001 eine Gastprofessur an der Universität für angewandte Kunst in Wien inne. Dieses Engagement blieb zeitlebens nicht unbeachtet, erhielt Strobl doch etwa 1993 den Preis der Stadt Wien und 2000 den Würdigungspreis des Landes Steiermark. 2008 folgte der Würdigungspreis für künstlerische Fotografie des Bundesministeriums. Die Jury lobte Strobl damals als Künstlerin, die sich dem “Produktions- und Konsumwahn” streng verweigere. (ergänzter Auszug APA, Wien 10.4.2017)

 

 

Fotocredits: INGEBORG STROBL, Über die Jahre, 1989-2015 | © Bildrecht, Wien 2017.

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