Bildraum 07
23. Mai 2018 bis 21. Juni 2018

FLORIAN NITSCH

Flo's Medusa

 

Bildraum 07 | Burggasse 7-9, Wien 7
Öffnungszeiten: Di-Fr: 13-18 Uhr

Eröffnung: Mittwoch, 23. Mai 

18.30 Uhr: Autorenlesung
Franzobel - Das Floß der Medusa
19 Uhr: Eröffnung der Ausstellung
Günter Schönberger, Bildrecht

Im Bildraum 07 präsentiert Florian Nitsch die 2-stöckige, über sieben Meter lange Installation LOUVRE: Ein steil in den Raum aufragendes Dreiecksprisma und Referenz auf Théodore Géricaults „Das Floß der Medusa“ (1819), das heute im Musée du Louvre untergebracht ist. Mit dieser modular zusammengefügten Skulptur widersetzt sich der Künstler gängigen formalen Bedingungen: Malerei, Zeichnung, handschriftliche Notizen, ziehen sich in einem wilden Cross-over über gekippte Bildmembranen. Einer Ersatzhaut gleich transportiert dieser besondere Bilduntergrund die künstlerische Vision gestisch-expressiv nach außen. Eine beachtliche Farbpalette, schräger Humor und das Aufgreifen von Motiven des historischen Gemäldes stehen für Nitsch dabei ebenso im Fokus, wie Fragen der Hierarchien im Raum, institutionelle Aspekte und politische Strukturen.

In LOUVRE bricht Nitsch mit dem klassischen Bilduntergrund und wählt Transparentfolien als effektvolle Träger seiner Kunst. Der Künstler gewährt mancherorts Durchblicke, dann wiederum blockieren tiefschwarze oder blendendweiße Elemente die Sicht. Mit Transparenz, die das Verlangen nach dem, was erkennbar und damit (be)greifbar ist, ausdrückt zieht Florian Nitsch eine Parallele zu Géricaults „Das Floß der Medusa“. Die doppelte Dreieckskomposition des Gemäldes, die Nitsch ebenfalls in Form und Titel der Installation aufgreift, orientiert sich an der menschlichen Tragödie - der Hoffnung, gesehen und damit gerettet zu werden. Théodore Géricaults Meisterwerk schildert den Überlebenskampf der 1816 vor Senegal gekenterten Besatzung der französischen Fregatte „Méduse“, die in der Szene verzweifelt versucht, ein Rettungsboot auf sich aufmerksam zu machen. 

Zeitgenossen sahen das Schiffsunglück, die Odyssee der Überlebenden samt kannibalischen Vorfällen und die damit offenkundige Preisgabe aller moralischen Regeln als Allégorie Réelle an und setzten die „Méduse“ mit dem Staatsschiff gleich. Auch Florian Nitsch hat mit LOUVRE eine Installation geschaffen, die durchaus politisch gelesen werden will. Mit provokant-satirischen Kommentaren arbeitet sich Nitsch an der Heimat ab und präsentiert eine vielschichtige Arbeit, die sich öffnet, sobald man unterschiedliche Standpunkte einnimmt und damit neue Perspektiven gewinnt.

Im Rahmen der Eröffnung liest Franzobel aus seinem aktuellen Roman „Das Floß der Medusa“. Dieser erzählt, wie Carsten Otte im Tagesspiegel ausführt, vom „Elend der menschlichen Existenz, beschreibt lustige und lächerliche Seiten im hierarchischen System auf hoher See und zeigt, was mit den Menschen passiert, wenn es keinen moralischen Kompass mehr gibt.“

Ausstellungsdauer: 24. Mai - 21. Juni 2018

Mehr Information auf der Homepage von Florian Nitsch 

ÜBER DEN KÜNSTLER
Florian Nitsch
*1984. Lebt und arbeitet in Wien.

AUSBILDUNG
2011 - 2014 Akademie der bildenden Künste Wien, Grafik u. druckgrafische Techniken (Gunter Damisch)
2011 Universitat de Barcelona. Facultat de Belles Arts, Bildende Kunst
2007 - 2011 Akademie der bildenden Künste Wien, Kontextuelle Malerei (Ashley Hans Scheirl)
2007 - 2011 Universität Wien, Kunstgeschichte, BA.

EINZELAUSSTELLUNGEN (in Auswahl)
2018 LOUVRE, Grenzkunstraum Jennersdorf;
2017 90°, Schlumberger Artfloor. Wien;
2016 PROVOKATIVE EXPRESSION, Galerie Haus d. modernen Kunst, Staufen, DE;
2015 PAINTINGS, Schloss Wolkersdorf; NIX KRIXT! Martin-Luther-Kirche, Linz;
2014 PICTURESQUE, Kunstverein Galerie Paradigma, Linz; COMING SOON, BZWien;
2013 INKONSEQUENZ, Der Künstler ist abwesend, FridayExit, Wien

GRUPPENAUSSTELLUNGEN (in Auswahl)
2017 FEEDBACK LOOP; Krinzinger Projekte, Wien; PARALLEL Vienna; MADE HERE, Guttenberg Arts, New York City, USA; ART KARLSRUHE, Galerie Haus der Modernen Kunst Staufen;
2016 YOUNG ART AUCTION EXHIBITION, 21er Haus, Wien; SOWOHL ALS AUCH, xposit, Akademie der bildenden Künste Wien; DIE KUNSTSAMMLUNG PACKT AUS, OÖ Kulturquartier, Linz; Galerie OHO Oberwart; Galerie Gaudens Pedit, Kitzbühel;
2015 FESTIVAL DER JUNGEN KUNST, Künstlerhaus Wien; W(H)O IS WU? FridayExit, Wien; RED CARPET INTERNATIONAL, Opatija, HR; YOUNG ART AUCTION, Sotheby’s / Albertina, Wien; W(H)O IS WU? Waley Art Gallery, Taipeh, TW; KOSCHATZKY-KUNSTPREIS, MUMOK Wien; SUBVERSIVE, flat1, Wien; Magdas Hotel, Wien; LINZER KUNSTSTOFF, Tabakfabrik Linz; Galerie Bäckerstraße 4. Wien;
2014 1ST CELLAR EXHIBITION, studioOne, Wien; VIENNAFAIR The New Contemporary. Red Carpet Art Award Wien; VIENNA CHINATOWN INVISIBLE, Wien Museum; INVISIBLE CUBE, Salotto d‘arte Viennese, Triest, IT; PICTURESQUE, xhibit, Akademie der bildenden Künste Wien.

RESIDENCIES, ARBEITSAUFENTHALTE (in Auswahl)
2017 Villa Stonborough-Wittgenstein, Gmunden, AT; Guttenberg Arts, New York City, USA;
2016 Sommerakademie Salzburg, AT; 2016 Frans Masereel Centrum, BE; The Active Space Brooklyn. New York City, USA;
2015 Waley Art Gallery, Taipeh, TW;
2014 Projektraum Albrechtsfeld, AT; 2014 Salotto d‘arte Viennese, Triest, IT

 

Fotocredits:
FLORIAN NITSCH, Detailansicht Installation LOUVRE, 2018, Acryl und Lackstift auf Transparentfolie auf Keilrahmen, Recto und Verso bearbeitet, je 160 x 110 cm, Foto: Christian Nitsch | © Bildrecht, Wien 2018;
FLORIAN NITSCH, Ausstellungsansicht Installation LOUVRE, Bildraum 07, 2018, Acryl und Lackstift auf Transparentfolie auf Keilrahmen, Recto und Verso bearbeitet, je 160 x 110 cm, Foto: Eva Kelety | © Bildrecht, Wien 2018

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